"Wir schaffen Werte"

Seit drei Jahren ist Andreas Meier (48) bei der Zürcher Kantonalbank für Swisscanto Invest tätig; seit Juli dieses Jahres verantwortet er als Leiter Portfolio Management Immobilien die Anlagegruppe Immobilien Schweiz der Swisscanto Anlagestiftung. Wir treffen den gebürtigen Appenzeller im Winterhalder Areal in Zürich und sprechen über die Herausforderungen des Marktes, körperliche Arbeit und den gesunden Menschenverstand.

Wir sind hier im Winterhalder Areal, einem Immobilien-Projekt der Swisscanto Anlagestiftung. Was wurde hier geschaffen?

Swisscanto hat hier aus einem ehemaligen Gewerbeareal neuen, zeitgemässen Wohnraum für rund 300 Personen geschaffen. An Toplage, inmitten von Zürich, können wir 137 qualitativ hochwertige Wohnungen in verschiedensten Ausprägungen anbieten. Die Nachfrage ist sehr hoch. Bereits zum Bezugstermin im vergangenen Jahr waren nahezu 100 Prozent vermietet. Das zeigt, dass Swisscanto ein attraktives Produkt entwickelt und damit für Mieter, die Stadt und für die Vorsorgeeinrichtungen, die in die Anlagegruppe investiert sind, Mehrwert geschaffen hat.

Ein Vorzeigeprojekt also. Welche Rolle spielte Swisscanto bei dieser Überbauung?

Swisscanto war in der Entwicklung und Realisierung des Projektes federführend. Als Bauherrin, respektive Eigentümerin, finanzierte sie das Projekt und stellte sicher, dass eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit erzielt wird.

Schauen sich das Winterhalder Areal von oben an: Andreas Meier und Sonja Spichtig.

Sie sind seit Juli dieses Jahres für das Immobilienportfolio der Swisscanto Anlagestiftung verantwortlich. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Meine Aufgabe ist es, die Strategie der Anlagegruppe – die derzeit aus 244 Liegenschaften im Wert von rund 7 Mrd. CHF besteht – umzusetzen und damit eine marktgerechte Rendite zu erwirtschaften. Dies erfolgt in sehr enger Zusammenarbeit mit dem gesamten Immobilienteam der Swisscanto Invest, welches aus 26 ausgewiesenen Immobilienspezialisten besteht. So stellt beispielsweise das Asset Management die Vermietungen sicher, das Projektmanagement setzt die Bauvorhaben um und das Transaktionsteam wickelt die Käufe und Verkäufe ab.

Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag von Ihnen vorstellen?

Meine Arbeit ist äusserst vielseitig und abwechslungsreich, kein Tag ist wie der andere. So werde ich derzeit gerade interviewt, gestern zur selben Zeit war ich an einem Investorengespräch in der Innerschweiz. Kundengespräche, Präsentationen, Begehungen, interne Meetings, Analysen und Ad-hoc-Aufgaben folgen einander in unterschiedlichen Rhythmen. Eine vorausschauende Planung ist entsprechend zentral.

Sie bewegen sich in einem Markt, der für Anleger anspruchsvoll ist. Wie gehen Sie damit um?

Ja, die Tiefzinsphase hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Preise von Immobilien kontinuierlich gestiegen sind. Wir tragen dieser Entwicklung bei allen unseren Anlageentscheiden Rechnung, das heisst, wir stützen uns auf fundierte Szenarioanalysen und nutzen das breit abgestützte spezifische Wissen der Zürcher Kantonalbank. Zudem überlegen wir stets, mit welchen neuen, alternativen Produkten wir Mehrwert generieren können. Dabei sind nebst der Lage, der Nutzung, dem Rendite-Risiko-Profil auch das Potenzial und die Drittverwendbarkeit wichtige Kriterien für die Wahl einer Liegenschaft.

Gespräch über Strategien, Märkte und berufliche Pläne.

Sie sind studierter Betriebsökonom. Wie sind Sie eigentlich zum Immobiliengeschäft gekommen?

Aufgrund meines Interesses. Bereits zu Beginn meiner Tätigkeiten im Asset Management interessierte mich diese Anlageklasse ganz besonders. Der individuelle Charakter der Liegenschaften, die Vielschichtigkeit, aber durchaus auch das "Handfeste" sprachen mich sehr früh an. Bei der AXA hatte ich dann die Chance, zwei Immobilienfonds zu gründen, aufzubauen und zu betreuen.

Und nach 15 Jahren bei der AXA hatten Sie Lust auf frischen Wind?

Genau so kann man das sagen. Mit 45 reifte mein Entschluss, dass ich auch noch andere Gefässe, Organisationen und Strukturen kennenlernen möchte. Sehr positiv ist natürlich, dass ich dies nun bei einem etablierten und namhaften Asset Manager tun kann.

Was ist für Ihren Job wichtiger: Menschenkenntnis oder ein Gespür für Zahlen?

Eine Kombination aus beidem. Wissen Sie, mit den heutigen Tools und Daten kann man sehr vieles analysieren, modellieren und darstellen. Am Ende des Tages braucht es aber auch noch den gesunden Menschenverstand. Ein gewisser Pragmatismus, realistische Ziele und vor allem eine hohe Beharrlichkeit, diese Ziele zu erreichen, gehören ebenfalls dazu.

Wann war Ihnen klar, dass Sie in Richtung Wirtschaft gehen wollen?

Zum Zeitpunkt, als ich mich für die kaufmännische Lehre entschied. Als Kind zog ich eigentlich körperliche Arbeit der Schulbank vor. Oft half ich auf Bauernhöfen aus und auch später, während meines Studiums, war ich in meinen Ferien jeweils als Landschaftsgärtner tätig.

Und trotzdem haben Sie sich für eine kaufmännische Ausbildung entschieden?

Ja, und das mit Überzeugung. Denn betriebswirtschaftliche Fragestellungen haben mich zunehmend interessiert. Zudem bekam ich Freude an Fremdsprachen. Konsequenterweise suchte ich deshalb eine breite und vielseitige Ausbildung. Das KV war dazu natürlich prädestiniert.

Ihr Job bringt nun aber wenig körperliche Arbeit mit sich. Fehlt Ihnen das?

Ab und zu. Ich hole mir den nötigen Ausgleich aber beim Sport in der Natur. Im Sommer trifft man mich beim Mountainbiken, Joggen oder Wandern. Im Winter beim Langlaufen und Skifahren.

Sind Sie da ähnlich ehrgeizig wie im Berufsleben?

Ehrgeizig schon. Für mich ist Sport aber vor allem Erholung und ein Ausgleich. Gewisse Ziele verfolge ich dennoch. So nehme ich beispielsweise seit Jahren am Engadiner Skimarathon teil. Das motiviert mich zusätzlich, gezielt zu trainieren.

Andreas Meier, seit Juli 2018 Leiter Portfolio Management Immobilien.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich hoffe natürlich, dass mir meine Arbeit auch dann noch genauso viel Freude und Spass bereitet wie heute und dass ich weiterhin auf der Eigentümerseite von Immobilien tätig sein kann. Denn aktuell gefällt es mir sehr – bei der Zürcher Kantonalbank sowie im Immobilienbereich. Und doch: Im Kopf bleibe ich immer offen, flexibel und neugierig.

Wenn wir jetzt so durch das Winterhalder Areal gehen, was ist das dann für ein Gefühl? Sind Sie stolz, wenn Sie ein Projekt abgeschlossen haben, das alle Erwartungen erfüllt oder gar übertrifft?

Zu sehen, was Swisscanto hier an Wert geschaffen hat, ist natürlich toll und es freut mich, dass ich eine solch attraktive Anlage im Portfolio haben darf. Stolz auf erfolgreiche Projekte können wir aber vor allem im Kollektiv sein. Denn ein guter Projektabschluss ist nicht der Erfolg eines Einzelnen, sondern das Ergebnis einer professionellen Zusammenarbeit des ganzen Immobilienteams.

Danke für das interessante Gespräch und viel Erfolg im Job und beim nächsten "Engadiner".

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